Media Murks

Ihr habt in den letzten paar Tagen alle ganz tapfer meine Klagen über meine kaputte und ach so nervige Tastatur anhören müssen. Tut mir leid, ehrlich. Naja, wie auch immer, dieser Zustand musste behoben werden. Zuerst musste meine altehrwürdige, mit Colarückständen getaufte, mit Brötchen& Schokoladenflecken liebevoll verzierte Kabellose Tastatur weichen. Nunja, irgendwann quittierte sie engültig den Dienst, und nahm den schon fertig getippten Bericht über die CrocodileAktion mit ins Jenseits. Ich hoffe, sie schmort im heißesten Höllenfeuer!!!! Eine Ersatztastatur wurde engagiert. Leider war die auch nicht besser. Eine neue Tastensau musste her....

... was mich heute in die schrecklichen Gefilde der Metro und des Mediamarktes führte. Nachdem ich fix durch die Metro gerast bin und mit meinem XXL Einkaufswagen die Miteinkäufer terrorisiert hatte (Spaß muss sein) und in der Metro eigenen "Computer" Abteilung leider nicht fündig wurde, musste ich dann doch gegen meinen Willen diesen roten "Saustall" aufsuchen, der sich direkt daneben befindet. Ich nähere mich also diesem rotzugekleisterten Gebäude. Man könnte meinen, hier residiere die SPD, KPD oder so. Mitnichten, der Inhalt ist schlimmer. Hier herrscht das Proletariat. Und die Anarchie. Schon über dem Eingang erwartet mich ein winziges Schild, das ich selbst auf 1000 meter ohne Brille problemlos lesen kann. "Hier tobt die Sau" steht da. Bezieht sich dass jetzt auf die Kundschaft oder auf die Mitarbeiter? Innen im Gebäude herrscht Enge, jeder quadratzentimeter ist mit Regalen, Waren und Werbemitteln zurammelt. Dazwischen hetzen ziellos Kunden, die die dringend benötigten Infoschilder inmitten eines "Werbung", "Sonderpreis", "Tiefstpreis" Schilderwaldes nicht wahrnehmen können. Lianengleich hängt da ein Rot-Weißes Plakat neben den anderem. Ich dachte, diesen Anblick gibt es nur noch in Geschichtsbüchern. Oder in Bananenrepubliken. Ob all dieser Roten Pracht muss man die Augen zu schlitzen schließen, und halbblind durch die engen Gänge tappen. Machen ja alle anderen auch so. Halb geblendet und schon leicht genervt finde ich das Regal, wo man Tastaturen finden kann. Von Ordnung oder gar Übersichtlichkeit hält man es hier nicht so genau. Auch die 50cm Gangbreite hilft, neue Bekannte zu finden. Schlimmer kanns selbst in der Tokioer U-Bahn nicht sein. Nachdem ich die 5 Meter Regalbeite einmal abgeschritten habe, spreche ich einen dort stehenenden Mitarbeiter dieses Marktes an. Unfreundlich bekomme ich zu hören, dass er grade beschäftigt sei (wahrscheinlich mit der Blondine gegenüber) und dass ich doch meine Augen "offmache" solle. Danke, meine Augen sind in Ordnung, aber ihre Aussprache bedarf eines Regenschutzes und vor allem DEUTLICHKEIT. Die vorherige Suche im Internet nach gescheiten Tastaturen war hilfreicher als der sogenannte "Kundenbetreuer", und so werde ich nach 15 min fündig. Jetzt muss ich nur noch rausfinden, wie teuer das Ding is. Die Aktion wäre einfacher, wenn man auf jeden Artikel ein Preisschild draufklatschen würde. Macht man aber nicht, stattdessen verteilt man SEHR informative Preisschilder quer über das Regal. Ich wage es tatsächlich nochmal, den Mitarbeiter anzusprechen. Eine Antwort kriege ich nicht, stattdessen werde ich grob aus dem Weg geschubst. Ich drehe mich um und sehe eine Reinkarnation Nobby Nobbs in Hiphopoutfit. Auf meine Frage hin "was denn das sollte" werde ich belehrt, dass ich "Opa" doch nicht im Wege stehen sollte. Äh, Opa? Ich? Bine, hab ich da was nicht mitgekriegt? Auf meine (leicht angepisste) Erwiederung, ob ich denn schon so alt aussehe, wird mir geantwortet, dass er dass gerne übernehmen wolle. Äh, danke nein, aber wenn ich mir seine Visage so angucke, will ich mich doch lieber in die vertrauensvollen Hände eines stark alkoholisierten Penners als Chirurg geben. Die Visage sieht aus, als hätte man den Knirps (keine sekunde älter als 14) auf der Autobahn hintergeschleift. Mir fällt da eine gewisse Ähnlichkeit zu dem netten Mitarbeiter von eben auf. Und kaum gedacht, kommt der Herr auch schon und begrüßt den Hopper. "Yo ey, wasch machst du denn hier, is ja krass alldaa", "YO Nigga"

Während dieses erschöpfenden Dialoges habe ich mich in die Richtung der Kasse durchgeschlafen. Die kilometerlange Schlange davor spornt mich zu frischem Mut an. Ich zähle schonmal das Geld ab, damit ich hier schnellstens rauskomme. Nach 2 Stunden bin ich endlich dran. Auf mein fröhliches "Tja, ich darf jetzt hier raus, schön, nicht wahr" kommt mir nur ein undefiniertes Knurren entgegen. Woha, wer hat denn diesen Tiger an die Kasse gesetzt? Ich bezahle, und bin nun endlich frei, den Weg aus diesem Dschungel zu finden. Der Ausgang heißt nicht wie hier im steifen, formalen Deutschland "Ausgang" oder "Exit", sondern man versucht auch hier, eine krampfhaft Saumäßige Stimmung aufkommen zu lassen. Sausgang schreit mir da im mittlerweile schon gefürchteten Rotton entgegen. ICH BIN EIN MENSCH; HOLT MICH HIER RAUS!!!!!

31.1.07 12:48

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